Mein Hygiene-Ansatz

     

Mein Ansatz von Hygiene hat sich im Lauf der Jahre erheblich verändert. Ich schreibe hier aus meinen Erfahrungen ohne einen besonderen wissenschaftlichen Hintergrund oder eine didaktische Absicht.

In einem Stall, in dem ich mich nicht gerne aufhalte, werden sich auch die Tiere nicht wohlfühlen. Diesen Grundsatz stelle ich immer an mich selbst. Dazu gehört eine gewisse Ordnung und eben auch Sauberkeit und Hygiene.

Früher war Hygiene für mich das tägliche Fegen des Zuchtraums, der regelmäßige Wechsel von Vogelsand und Einstreu, das Abwischen der Oberflächen mit einem feuchten Tuch und das Versprühen von Mitteln gegen Parasiten.

Heute ist Hygiene für mich vielschichtiger geworden, weil ich drei Zuchtjahre in Folge nur mäßige Ergebnisse und viele "Renner" hatte. Daraufhin habe ich unter anderem meine Hygienemaßnahmen überdacht und verändert.



In der Haltung unterscheide ich zwischen täglicher und zweiwöchentlicher Reinigung sowie der Jahresreinigung.

  • täglich wird bei mir gesaugt, Kot aus den Boxen entfernt, Näpfe bei Verunreinigung getauscht oder bei Bedarf das Einstreu in den Nistkästen gewechselt.
  • die zweiwöchentliche Reinigung ist eigenlich keine, da sie sich vielmehr am Rhythmus der Müllabfuhr orientiert. Das bedeutet, wenn noch Platz in der Biomüll- oder Restmülltonne ist, dann werden die Boxen oder die Volieren ensprechend gereinigt. Dabei kommen dann auch im Wechsel die Mittel Virkon S und F10 zur Verwendung. So werden die Schubladen der Boxen eingesprüht und mit einem Lappen sauber geputzt. Ebenfalls werden die Sitzstangen regelmäßig getauscht und an den Befestigungsstellen mit Milban präpariert.
  • Regelmäßig werden die Tiere mit Ivomec getupft, um den Milbenbefall einzudämmen.
  • Trinkröhren und Naschnäpfe zählen für mich zu den Artikeln, die man auch mal neu kaufen kann.
  • Ein Gasbrenner erlaubt mir die Nistmulden, die zum Großteil noch aus Holz sind, auch einmal richtig abzuflammen. Auch ein Grund, warum ich mich von den Holznistkästen eigentlich nicht trennen möchte.

  • Bei der großen Jahresreinigung verbringen alle Vögel ein bis zwei Tage in der Außenvoliere. Dann werden die Zuchtboxen aus dem Innenraum entfernt und mit Wasser und Seife gereinigt. Danach werden Schadstellen geklebt und gewisse Ecken mit Milban eingestrichen. In der Mobilität der Kunststoffboxen sehe ich den Hauptvorteil gegenüber fest eingebauten Anlagen! Im Innenraum werden alle Flächen mit Wasser und Seife geschrubbt und geputzt. Wenn der Stall oberflächlich schon glänzt wird der ganze Stall mit Virkon S desinfiziert und über 24 Stunden feucht gehalten! Dazu verprühe ich immer wieder neue Lösung auf die Flächen und bediene mich auch eines Luftbefeuchters für Terrarien. Die Zeit in der die Desinfektionslösung auf der Oberfläche feucht oder nass ist, bestimmt den Wirkungsgrad. Aus diesem Grund verschließe ich alle Fenster und stelle die Abluftanlage ab.
  • Mit Selbstschutz meine ich, dass ich bei der Desinfektion und der Reinigung Handschuhe trage und bei der Jahresmaßnahme auch einen guten Atemschutz  und einen Schutzanzug verwende. Die Einsatzhinweise der Mittel sind zu beachten. Jeglicher Haut- und Augenkontakt ist zu vermeiden.
  • Nach 24 Stunden wird der Raum geöffnet und kann austrocknen. Im Anschluss streiche ich die Wände und die Decke mit der "Bäckerfarbe". Diese Farbe wird in lebensmittelverarbeitenden Betrieben verwendet und ist gut abwaschbar, aber atmungsaktiv.
  • Insgesamt dauert die Jahresreinigung schon drei bis vier Tage, aber es lohnt sich, da ich gerne in einem fast neuen Stall bin.

    Seitdem ich diesen Aufwand strukturiert plane und durchführe, habe ich deutlich weniger Probleme in der Wellensittichzucht. Mir ist natürlich bewusst, dass die Hygiene wiederum auch nur ein Baustein ist, um erfolgreich Wellensittiche zu züchten.